panta rhei
Moshé Feldenkrais „Über meine Methode“

Die Feldenkrais - Methode

 

„Wir handeln nach dem Bild, das wir von uns machen.

Ich esse, gehe, spreche, denke, beobachte, liebe nach der Art, wie ich mich empfinde.“

                                                                                             

              „Den Körper zu unterrichten, alle möglichen Formen und Anordnungen der Glieder perfekter zu gestalten, verändert nicht nur die Kraft und Flexibilität des Skeletts und der Muskeln, sondern verursacht eine tiefgreifende Veränderung des Selbstbildes und die Qualität der Präsenz.“

                                                                                                                     

                                                                                              Moshé Feldenkrais, aus: Über meine Methode

 

Unterricht in der Feldenkrais-Methode

Anfangs finden die Stunden im Liegen, auf dem Rücken oder auf dem Bauch statt, dadurch erhöhen wir unsere Sensitivität. Wenn das Unterscheidungsvermögen besser geworden ist, können die Einzelheiten des Selbst oder der Umgebung besser wahrgenommen werden; wir werden uns darüber bewußt, was wir tun und nicht darüber, was wir sagen oder denken, dass wir tun.

 

Die Lektionen werden so behutsam und angenehm wie möglich durchgeführt, ohne Anstrengung und Schmerzen; das Hauptanliegen besteht nicht darin, bereits bekannte Dinge einzuüben, sondern unbekannte Reaktionen zu entdecken und dadurch eine bessere, angemessenere Handlungsweise zu erlernen.

 

Ergebnisse

Nach der Stunde, wenn die gewohnten Stimuli wieder wahrgenommen werden, ist man überrascht eine veränderte Reaktion vorzufinden. Man fühlt, daß der Kopf ganz leicht mit dem Körper verbunden ist, dass die Füße nicht in den Boden stampfen und daß der Körper gleitet, wenn er sich bewegt.

 

Die Anwendung der Methode

Die Feldenkrais-Methode kann in allen Bereichen Anwendung finden, bei jung und alt, bei gesunden Menschen und Schmerzpatienten, bei Musikern, Sängern, Schauspielern, Artisten, Sportlern, etc.

 

Die Einzelstunde („Funktionale Integration“)

wird immer individuell gestaltet und auf die besonderen Bedürfnisse jeder einzelnen Person ausgerichtet, in dem der Lehrer die Körperteile des Klienten sanft berührt und bewegt. Auf diese Art macht er sich und seinen Klienten mit den funktionalen und möglichen strukturellen Einschränkungen vertraut, um anschließend Variationen der Bewegungen zu erproben und Bewegungsalternativen vorzuschlagen.

 

Die Gruppenmethode („Bewußtheit durch Bewegung“ oder „ATM“)

läßt die Wirkungen einer größeren Anzahl von Menschen zuteil werden. Vom Lehrer werden einfache Bewegungen bis hin zu komplexen Bewegungssequenzen in spielerisch leichter Form verbal angeleitet. Sie führen gewöhnlich zu einer höheren Bewußtheit der eigenen Bewegungen und damit zu einer größeren Freiheit der Wahl.

    

Moshé Feldenkrais 

Geboren 1904 in Slawuta, gestorben 1984 in Tel Aviv, wanderte er als Fünfzehnjähriger ins ehemalige Palästina aus. Er studierte Physik in Paris und assistierte am Joliot-Curie-Institut bei Kernspaltungsversuchen.                                        

Als Erster in Europa erhielt er den schwarzen Gürtel in Judo gründete den ersten Judo-Club in Frankreich. U. a. aufgrund einer eigenen Knieverletzung verschob sich sein Forschungsinteresse zugunsten der Neuro- und Verhaltensphysiologie und der Neuropsychologie.

 

In den vierziger Jahren begann Moshé Feldenkrais die nach ihm benannte Methode zu entwickeln als eine Verbindung seiner intensiven wissenschaftlichen Studien und einer kreativen Erforschung des eigenen Bewegungsverhaltens. In der Studie „Body and Mature Behaviour“ (1949) hat der Wissenschaftler seine theoretischen Erkenntnisse hinterlassen und in mehr als 2000 Lektionen deren praktische Umsetzung gestaltet.

In Tel Aviv wurde er Anfang der fünfziger Jahre zur Leitung des wissenschaftlichen Forschungsinstituts der Armee berufen, hielt Vorlesungen über Verhaltensphysiologie an der Universität von Tel Aviv und gründete das Feldenkrais-Institut. Von dort breitete sich seine Arbeit weltweit aus. Zu seinen bekanntesten Schülern gehören Peter Brook, Yehudi Menuhin, Margret Mead, Igor Markévitch und Ben Gurion.

 

Literatur von Moshé Feldenkrais

- Bewußtheit durch Bewegung. Der aufrechte Gang. (1978)

- Abenteuer im Dschungel des Gehirns. Der Fall Doris. (1981)

- Die Entdeckung des Selbstverständlichen (1987)

- Das starke Selbst (1989)

- Der Weg zum reifen Selbst (1994)

 

 

 

 

 

 

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